Eröffnung der Eisenbahnlinie Nürnberg-Fürth (7. Dezember 1835)
Kurzbeschreibung
Die englischen Eisenbahnen faszinierten die deutschen Wirtschaftseliten vor allem in Bayern, wo die Straße, welche die Handelszentren Nürnberg und Fürth verband, die vielbefahrenste im gesamten Königreich war. 1833 gründeten fränkische Kaufleute und andere Investoren eine Aktiengesellschaft, um eine Schmalspurbahn zu finanzieren, welche die beiden Städte verbinden sollte. Das Unternehmen stieß auf das Interesse des bayerischen Königs Ludwig, welcher der Regierung Geld und seinen Namen für die sogenannte Ludwigsbahn lieh. Die Strecke wurde am 7. Dezember 1835 mit einer Dampflokomotive mit Lokführer eröffnet, beide zur Verfügung gestellt von einem englischen Unternehmen aus Newcastle. Der Schienenverkehr brachte zwei grundlegende Veränderungen der populären Wahrnehmung von Raum und Zeit mit sich: räumliche Entfernungen schrumpften, da die Menschen Orte nun besuchen konnten, die zuvor außer Reichweite lagen, und das Leben beschleunigte sich, da die Menschen sich nun mit Geschwindigkeiten von Ort zu Ort bewegten, die in der Geschichte des Landtransports völlig neu waren. Und Schnelligkeit war von entscheidender Bedeutung, denn die Ludwigsbahn lieferte zunächst leicht verderbliche Güter von offenkundigem Bedarf: Zeitungen und Bier.
Quelle

Quelle: „Die Ludwigs- oder Deutschlands erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth.“ Radierung, koloriert (1835). Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin.
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