Angst essen Seele auf (1974)

Kurzbeschreibung

Nach Katzelmacher (1969) inszeniert Rainer Werner Fassbinder fünf Jahre später in seinem klassischen Melodrama Angst essen Seele auf (1974) erneut das Wechselspiel von Annäherung und Ausgrenzung. Die Liebesgeschichte zwischen der Putzfrau Emmi (Brigitte Mira) und dem gut zwanzig Jahre jüngeren Marokkaner Ali (El Hedi ben Salem) im sozialen Umfeld von Arbeitsplatz, Treppenhaus, Wohnung, Lebensmittelladen, Bar und Restaurant führt rassistische Wahrnehmungsmuster und Außenseiterrollen in wechselnder Besetzung vor.
Der Film war nominiert für eine Goldene Palme auf dem Filmfestival in Cannes und wurde mit dem FIRPRESCI-Preis ausgezeichnet.
Dreißig Jahr später drehte Shahbaz Noshir als Hommage den Kurzfilm Angst isst Seele auf (2002) unter Beteiligung von Fassbinders Kameramann Jürgen Jürges, der Cutterin Thea Eymèsz und der Hauptdarstellerin Brigitta Mira.
In dem Dokumentarfilm Jannat ‘Ali / My Name is not Ali (2011) rekonstruierte Viola Shafik das bewegte Leben von Ben Hedi El Salem. Ihr Blick hinter die Kamera zeigt, dass auch Fassbinder und sein Ensemble nicht frei waren von paternalistischen und rassistischen Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen.

Quelle

Quelle: Foto: Peter Gauhe. Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum/Sammlung Peter Gauhe

© Deutsches Filminstitut & Filmmuseum/Sammlung Peter Gauhe

Angst essen Seele auf (1974), veröffentlicht in: German History Intersections, <https://germanhistory-intersections.org/de/migration/ghis:image-147> [27.09.2022].