Blinde Bibliotheksbenutzer/innen lernen in der Berliner Königlichen Blindenanstalt die Blindenschrift (Braille) (ca. 1906)

Kurzbeschreibung

Die erste Blindenschule in Deutschland wurde im Oktober 1806 eröffnet. Durch eine Kabinettsorder vom preußischen König Wilhelm III. gegründet, wurde sie von Johann August Zeune (1778-1853) geleitet, der bestrebt war, seinen Schüler/innen die gleiche Ausbildung zu bieten, die auch anderen im schnell wachsenden Schulsystem Preußens offenstand. Die Erreichung dieses Ziels rückte einen großen Schritt näher, als die Deutschen im Verlauf des 19. Jahrhunderts die von dem Franzosen Louis Braille 1825 entwickelte taktile Schrift aus erhabenen Punkten übernahmen. Dieses Bild zeigt blinde Besucher/innen der von dieser Schule gegründeten Bibliothek, die nach mehreren Umzügen 1877 in einem großen Neubau in Berlin-Steglitz neu gegründet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die  Ausbildung in der Blindenschule auf der Grundlage der Blindenschrift weit über die Vorbereitung der Schüler/innen auf die traditionell den Blinden zugewiesene Arbeit wie Korb-, Stuhl- und Besenherstellung hinausgegangen. Jetzt wurden die Schüler/innen für weitaus mehr Aufgaben in der mittelständischen Wirtschaft ausgebildet.

Quelle

Quelle: Illustrirte Zeitung (1906), S. 667. Digital veröffentlicht bei pictura paedagogica online, http://www.bbf.dipf.de/cgi-opac/bil.pl?t_direct=x&f_IDN=b0078247hild

Blinde Bibliotheksbenutzer/innen lernen in der Berliner Königlichen Blindenanstalt die Blindenschrift (Braille) (ca. 1906), veröffentlicht in: German History Intersections, <https://germanhistory-intersections.org/de/wissen-und-bildung/ghis:image-27> [05.08.2021].