Musik: Grün ist die Heide (1951)

Kurzbeschreibung

Neben Natur und Geschlecht ist die Musik das dritte große Referenzsystem in Grün ist die Heide. Dieses Filmplakat aus dem Jahr 1951 zeigt drei kleinere, aber wichtige Nebenfiguren: ein Trio von Landstreichern, deren Musik einen Großteil der Filmmusik ausmacht. Sie sind (von oben nach unten): Hannes (gespielt von Hans Richter), Nachtigall (gespielt von Kurt Reimann), und Tünnes (gespielt von Ludwig Schmitz). In einer zentralen Szene gegen Ende des Films [1:10-1:14] singt Nachtigall auf einem Schützenfest „Das Lied vom Riesengebirge“. Er tut dies auf Bitten des Amtsrichters, der das Lied den in der Gemeinde lebenden Sudetendeutschen widmet. Der Richter bezeichnet das Lied als „etwas aus der Heimat“. Als Lied über ein „deutsches Gebirge“ stellt es eine starke Verbindung zwischen Natur, Musik und Volkstraditionen her. Der Liedtext erscheint unter dem Filmplakat. Ein Link zu einer Version von Grün ist die Heide in voller Länge findet sich unter „weiterführende Inhalte.“

Quelle

Text des „Riesengebirgsliedes“
(Vers 1 und 2, jeweils mit Refrain)

Blaue Berge, grüne Täler,
Mitten drin ein Häuschen klein,
Herrlich ist dies Stückchen Erde,
Und ich bin ja dort daheim.
Als ich einst ins Land gezogen,
Ham’ die Berg’ mir nachgeseh’n.
Mit der Kindheit, mit der Jugend,
Wußt selbst nicht wie mir gescheh’n.

Oh, mein liebes Riesengebirge,
Wo die Elbe so heimlich rinnt,
Wo der Rübezahl mit seinen Zwergen
Heut’ noch Sagen und Märchen spinnt.
Riesengebirge, deutsches Gebirge,
Meine liebe Heimat du!

Ist mir gut und schlecht gegangen,
Hab’ gesungen und gelacht.
Doch in manchen bangen bangen
Stunden hat mein Herz ganz still gepocht.
Und mich zog’s nach Jahr und Stunden
Wieder heim ins Elternhaus.
Hielt’s nicht mehr vor lauter Sehnsucht
Bei den fremden Menschen aus.

Du mein liebes Riesengebirge,
Wo die Elbe so heimlich rinnt,
Wo der Rübezahl mit seinen Zwergen
Heut’ noch Sagen und Märchen spinnt.
Riesengebirge, deutsches Gebirge,
Meine liebe Heimat du!

[ . . . ]

Quelle: „Riesengebirglers Heimatlied“, Songtext Othmar Fiebiger (1914); abgedruckt in Heimatlieder der Sudetendeutschen, herausgegeben von Walli Richter. München: Verlagshaus Sudetenland, 1994.

Quelle: Filmplakat von Grün ist die Heide (1951). Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main.

Michaela S. Ast, „Flucht und Vertreibung im bundesdeutschen Spielfilm der 1950er-Jahre“, Bundeszentrale für politische Bildung, https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/74912/flucht-und-vertreibung (letzter Zugriff: 26. Juni 2021)

Alon Confino, „‚This Lovely Country You Will Never Forget‘. Kriegserinnerungen und Heimatkonzepte in der westdeutschen Nachkriegszeit“, in Das Erbe der Provinz. Heimatkultur und Geschichtspolitik nach 1945, herausgegeben von Habbo Knoch. Göttingen: Wallstein, 2001, S. 23551.

„Grün ist die Heide“ (1951), https://www.youtube.com/watch?v=1ReZIMmD_8E (letzter Zugriff: 6. Juli  2021)

Johannes von Moltke, No Place like Home. Locations of Heimat in German Cinema. Berkeley und Los Angeles: University of California Press, 2005.

Musik: Grün ist die Heide (1951), veröffentlicht in: German History Intersections, <https://germanhistory-intersections.org/de/deutschsein/ghis:image-211> [03.12.2022].