Preußisch-deutsch sein nach 1800: Christliche Männer kämpfen für die Nation

Einführung

Mit dem Zusammenbruch des Alten Reiches 1806, im Kontext der napoleonischen Kriege, intensivierte sich die (preußische) Debatte um Deutschsein. Geschlecht und Konfession, aber auch Kunst spielten eine wichtige Rolle. Zwar setzte sich die 1813/14 eingeführte allgemeine Wehrpflicht erst später durch. Doch beschworen die „Dichter und Denker“, dass Männlichkeit bedeute, für ein deutsches Vaterland zu kämpfen, wobei sie Kunst und Krieg identifizierten. (Nicht nur) preußische Prinzessinnen forderten Frauen auf, sich im Krieg zu engagieren, und schrieben sie so in die ersehnte Nation ein, auch wenn es um sogenannte weibliche Aufgaben ging. Juden meldeten sich freiwillig für den Krieg. Doch Deutschsein als christlich zu deuten, hatte andere Folgen als die Geschlechterhierarchie. Seit Christian Wilhelm Dohms Schrift „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“ von 1781 war die Debatte um die Emanzipation der Juden nicht mehr abgerissen; das preußische Edikt von 1812 eröffnete die Chance, gleichberechtigte Staatsbürger zu werden. Etliche Gebildete lehnten diese Entwicklung jedoch ab, fassten Deutsch als nichtjüdisch und übersetzten den konfessionellen Unterschied in eine angeblich wesenhafte Differenz.

Inhalt

  1. < Nationsstiftende Hymnen
  2. Traditionen erfinden: Geschichte als deutsch konstruieren >